Projekt des „Wettbewerbs der Ideen“: Ein „Kulturleuchtturm“ für Kiel

18.06.2021 12:04

An der Kiellinie strahlt jetzt ein „Kulturleuchtturm“. Die knapp zehn Meter hohe Installation steht am Parkplatz Bernhard-Harms-Weg und wird dort bis zum 27. Juni zu sehen sein. Es handelt sich um eines der ersten umgesetzten Projekte des „Wettbewerb der Ideen“, der von der Initiative „KIEL hilft KIEL“ im Februar ausgerufen wurde. Unter dem Motto „Kultur kommt wieder“ soll der „Kulturleuchtturm“ ein Symbol sein für das Wiedererwachen der Kultur- und Veranstaltungsbranche. 

Der Aufbau des Leuchtturms in unmittelbarer Nähe zur Schleswig-Holsteinischen Staatskanzlei startete am 15. Juni, errichtet wurde der Turm gemeinsam von vielen unterschiedlichen Betrieben und Soloselbständigen der Veranstaltungswirtschaft. Die administrativen Dienstleister hinter diesem Projekt sind Christian Walsdorf von der Kieler Firma „Opus“ und André Zettner von dem in Melsdorf ansässigen Unternehmen „contzept“. 

„Ich freue mich sehr, dass durch den ‚Wettbewerb der Ideen‘ auch innovative Projekte wie der ‚Kulturleuchtturm‘ unterstützt und angeschoben werden konnten. Der Kooperationsgedanke des Projektes setzt ein wichtiges Zeichen für die Veranstaltungs- und Kulturbranche, die für den Wirtschaftsstandort Kiel von hoher Bedeutung ist“, erklärt Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer.

Auch Ministerpräsident Daniel Günther freut sich über die Installation direkt vor seiner „Haustür“: „Die Corona-Krise hat insbesondere die Veranstaltungsbranche hart getroffen. Konzerte wurden abgesagt, Veranstaltungen verschoben, Theater geschlossen. Nun ist es an der Zeit, nach vorne zu blicken und Kultur wieder sichtbar zu machen. Ich danke allen, die sich auch in dieser schwierigen Zeit für die Kunst eingebracht haben und freue mich auf einen Sommer voller Kunst.“

Der „Kulturleuchtturm“ steht auf einem 6 mal 6 Meter breiten Sockel, der mit Kulturgesichtern aus Schleswig-Holstein versehen ist. 

„Damit wird nicht nur ein Statement gesetzt, dass Kultur wiedererwacht, sondern gleichzeitig wird den vielen Gewerken eine Plattform gegeben, die der Branche angehören: angefangen von Veranstaltungsplaner*innen über Choreograph*innen bis hin zu Reinigungskräften, die nun schon seit fast 16 Monaten darauf warten wieder arbeiten zu können oder sich umorientieren mussten“, erläutert Katrin Wedemeyer von den Kulturgesichtern SH. 

Nach oben hin ist der „Kulturleuchtturm“ mit Bannern bespannt, deren Farbgebung auf den Verlauf der Corona-Pandemie für die Kultur- und Veranstaltungsbranche hinweist. So überwiegen zu Beginn die grauen und dunklen Farben, die die Tristesse der Branche durch die bundesweiten Schließungen symbolisieren sollen. Im Verlauf verändern sich die Farben ins Bunte und Lebhafte. Sie stehen für die Lockerungen der Corona-Maßnahmen und die Öffnungen der Kultur- und Veranstaltungsbranche. Dieser Verlauf wird zusätzlich mit einem Lichtsignal auf der Spitze des Turmes verdeutlicht. Dieses soll die neu erwachte Kulturvielfalt des Landes Schleswig-Holstein symbolisieren. 

„Das Land hat uns mit der Etablierung des Stufenplans für Veranstaltungen eine Perspektive eröffnet und endlich wieder eine gewisse Planbarkeit ermöglicht,“ berichtet Christian Walsdorf. „Der Stufenplan ist quasi auch ein Leuchtturm, eine Orientierungshilfe, ein Handlungsrahmen. Hinzu kommt der gewissenhafte Mut der Stadt, diesen Ball aufzunehmen und mit dem Kultursommer XXL und der Kieler Woche endlich wieder Erlebnisse zu schaffen, damit wir unserer Passion und vor allem unserer Arbeit nachgehen dürfen.“

„Die Idee, die hinter dem ‚Kulturleuchtturm‘ steht, ist vielschichtig und weit tiefgründiger, als es auf den ersten Blick scheint“, betont André Zettner.

„Die wohl prägnanteste Mitteilung ist das Wiedererwachen der Kultur- und Veranstaltungsszene. Für Auszubildende der Veranstaltungstechnik, des Bühnenbaus sowie der Tontechnik war die Errichtung des ‚Kulturleuchtturms‘ zudem eine Art Bildungsstätte. Denn gerade sie haben sehr darunter gelitten, dass sie nur wenig bis gar keine praktischen Erfahrungen sammeln konnten.“ Der Leuchtturm zeig damit zudem, dass Künstler*innen, die auf der Bühne sind, nicht ohne die arbeiten können, die ihnen diese Bühne schaffen. „Darüber hinaus haben wir den ursprünglichen Zeitraum der Kieler Woche bewusst gewählt, um zusätzlich die Relevanz des Projektes hervorzuheben“, so Zettner.

„KIEL hilft KIEL“ ist eine Plattform, die mit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 von der Landeshauptstadt Kiel, der Kieler Wirtschaftsförderung, Kiel-Marketing und vielen weiteren Partner*innen ins Leben gerufen wurde. 

Ziel ist es, die Gewerbebetriebe in Kiel während der Krise zu unterstützen und Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Kiel zu schaffen. Im Februar 2021 wurde der „Wettbewerb der Ideen“ ausgerufen, um innovative Ideen zur Unterstützung der von Corona betroffenen Branchen zu fördern. Ausgewählt wurden 16 vielfältige Projektideen, die in den kommenden Wochen und Monaten umgesetzt und von der Stadt mit insgesamt mehr als 150.000 Euro unterstützt werden.  

Weitere Informationen gibt es unter www.kiel-hilft-kiel.de

Anbei ein Foto zur redaktionellen Verwendung. Bildquelle: Landeshauptstadt Kiel/Imke Schröder.

Es zeigt die Eröffnung des „Kulturleuchtturms“ mit (von links nach rechts) Ministerpräsident Daniel Günther, Dirk Schrödter (Chef der Staatskanzlei), Katrin Wedemeyer (Kulturgesichter SH), Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sowie den administrativen Dienstleistern des Projekts André Zettner (Firma contzept) und Christian Walsdorf (Firma Opus).