Kairos Quartett, 22.10.22,, 20.30 h

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Hinweis: Das Stück wird in völliger Dunkelheit aufgeführt. Nach dem Einlass wird das Saallicht komplett herunter gedimmt und erst nach Ende des Stückes wieder eingeschaltet. Personal wird während dieser Zeit an allen Ausgängen bereitstehen.

Dauer: ca. 50 Minuten

Georg Friedrich Haas (*1953), In iij. Noct. (3. Streichquartett, 2001) In seinem 3. Streichquartett ("In iij Noct.") setzt Georg Friedrich Haas sich mit den Möglichkeiten des Musizierens im Dunkeln auseinander. Dunkelheit wird hier allerdings nicht als nur vorübergehende Abwesenheit von Licht eingesetzt, sondern sie wird zum eigentlichen Thema des Werks: das gesamte Stück wird in völliger Finsternis gespielt. Die Musiker*innen sind um das Publikum herum in den vier Ecken des Raumes verteilt, können weder ihre Noten noch ihre Mitspieler*innen sehen. Einzigartig in Haas’ Œuvre ist die Freiheit, die er im 3. Streichquartett den Aufführenden in der musikalischen Gestaltung und im formalen Ablauf einräumt, weshalb auch die Dauer des Stückes variabel ist und sich erst während der Aufführung entscheidet: sie soll mindestens 35 Minuten betragen, kann aber auch wesentlich länger sein (50 - 60 Minuten). Letztlich durch eine Art Anleitung zur Improvisation sind innerhalb einer wohldurchdachten Gesamtdramaturgie viele Details und Entscheidungen den Interpret*innen überlassen, die sich ausschließlich durch den Klang ihrer Musikinstrumente miteinander verständigen, sich gegenseitig zur Gestaltung bestimmter musikalischer Prozesse einladen, diese Einladungen dann entweder annehmen oder aber selbst wiederum zur Gestaltung eines anderen Prozesses einladen ? und dabei immer selbst entscheiden, wie weit sie einen gemeinsamen Weg miteinander gehen wollen, bevor sie sich wieder zurückziehen.

Dies verspricht ein intensives und seltenes Konzerterlebnis, ganz dem Klingenden, den Wellen des Schalls überlassen, die eine meditative Welt eröffnen. Bei keiner der zahlreichen Aufführungen durch das Kairos Quartett kam es ? trotz Dunkelheit ? zu Panik.

Kairos Quartett Seit seiner Gründung im Jahr 1996 entwickelte sich das Kairos Quartett zu einem der international tätigen Leuchtturm-Ensembles in der Szene der Neuen Musik. Zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen sowie detailgetreue Interpretationen von dramaturgisch starken Programmen, die oft in engem Kontakt mit Komponierenden und Veranstaltenden konzipiert werden, führten u. a. zum Preis der Deutschen Schallplattenkritik (Haas Quartette) und ermöglichten die Entfaltung einer weltweiten Karriere (Biennale di Venezia, Cervantino Festival Mexiko, Internationalen Ferienkursen in Darmstadt, Festival d’Automne á Paris, MaerzMusik, Salzburger Festspiele, Warschauer Herbst und Wien Modern). Kürzlich debütierte das Quartett beim Festival "SoundBridge" in Malaysia und in der Hamburger Elbphilharmonie in der NDR-Reihe "Das Neue Werk" mit Unsuk Chin und reiste 2018 und 2019 nach China.

Veronika Paleeva, Alicja Pilarczyk (alternierende Violinen), Simone Heilgendorff (Viola), Claudius von Wrochem (Violoncello)

Kategorie: Kulturforum
Artikelnummer: KF-20221022